Entfremdung
 

Kognitive Verhaltenstherapie

In der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT oder im englischen CBT) geht es, wie der Name schon sagt, nicht nur um das eigene Verhalten, sondern ebenfalls um kognitiven Prozesse, die die Wahrnehmung, das Denken, Entscheidungsfindungen oder die Aufmerksamkeit betreffen. Damit sind nicht nur bewusste Gedanken gemeint, sondern auch Bauchentscheidungen oder wie wir unsere Umgebung spontan „scannen“ (fühle ich mich bedroht? Ist es sicher? etc.). 

Emotionen wiederum beeinflussen solche kognitive Prozesse sowie die sozialen Interaktionen. Diese Faktoren stehen in gegenseitiger Wechselwirkung.


Solche Prozesse können verändert werden, wenn nicht nur die momentanen Lebensbedingungen Probleme bereiten, sondern, wenn belastende Überzeugungen zu einer „inneren Wahrheit“ werden, weil ihnen zu große Bedeutung beigemessen wird, wodurch Symptome aufrechterhalten werden können:


wie: 

das geht nie wieder weg, ich werde verrückt, ich habe bestimmt einen Hirntumor, ich werde nie …., ich werde für immer …


Verzerrte Wahrnehmungen oder dysfunktionale Denkmuster (katastrophisieren) können innerhalb der Therapie verändert werden und neue Verhaltensweisen erlernt werden, wodurch es einigen Betroffenen gelingen kann ihre Symptome zu lindern.


Diese Therapieform kann nach Daphne Simeon hilfreich sein für Betroffene, die eher sehr ängstlich sind oder die aus ihrem Gedankenkreisel nicht so leicht von selbst wieder herauskommen. Durch die kognitive Verhaltenstherapie können belastende Denkmuster oder katastrophale Zuschreibungen erkannt werden, und durch kognitive Umstrukturierungstechniken ersetzt werden.


Es gibt jedoch Betroffene bei denen aktuelles Grübeln oder zwanghafte Verhaltensweisen nicht im Vordergrund stehen und die primär von diesen Schwierigkeiten:

• Ich habe die Empfindung, als ob ich überhaupt keine Gedanken mehr hätte.
• Ich scheine nicht fähig zu sein, mir Dinge bildlich vorzustellen, zum Beispiel das Gesicht eines vertrauten Freundes oder einen vertrauten Ort.


berichten (siehe CDS-Skala oder Symptome).
Für diese Betroffenengruppe könnten andere Therapieformen hilfreicher sein.


Verwendete Literatur:
Baker, D., Hunter, E., Lawrence, E., David, A. (2007). Overcoming Depersonalization & Feelings of Unreality: Robinson, London.